Gedanken über ein Leben nach dem Tod

Verfasst von: Peter Michael Neuen
Das Leben ist leider untrennbar mit dem Tod verbunden und wer macht sich nicht Gedanken über das „Danach“. Während der Tod einer anderen Person in seinen Folgen direkt – nein, eigentlich nur indirekt - erfahrbar ist, ist der eigene Tod weit weniger greifbar. Das eigene Sterben, der Übergang vom Sein zum Nicht-Sein stellt für die meisten Menschen eine existentielle Bedrohung dar.

Wenn ich über den Tod nachdenke, und das tue ich nicht häufig, fühle ich mich nicht von dem skelettenen Bruder in Umhang und Kapuze bedroht, sondern fühle mich eher erleichtert. Wenn der Tod mich an die Hand nimmt, fällt der irdische Stress, die tägliche Tretmühle und der Kampf um das tägliche Auskommen von mir ab, ich werde Ruhe finden. Ein Priester antwortete mir einmal auf meine Frage, ob es eine Hölle gibt, dass wir die Hölle bereits auf Erden haben. Daraus abgeleitet kann es ja im „Danach“ eigentlich nur Ruhe und Frieden geben.

Und bezüglich der von mir angeführten Erleichterung: Gerade in Belastungssituationen oder Krisen stellt die eigene Endlichkeit einen gewissen Trost dar. So wie das eigene Leben einmal enden wird, so werden auch die Sorgen, Ängste und Unwägbarkeiten des eigenen Lebens ein Ende finden. Es beruhigt mich, zu wissen, das alles – egal wie schwer und belastend es auch sein mag – sich spätestens am Lebensende zum positiven wenden wird. Antworten auf die Frage, was nach dem Tod sein wird, kann zumindest kein Lebender beantworten, denn bisher ist noch Keiner von dieser letzten Reise zurückgekehrt.

Das einzige was dem Menschen bleibt, ist die Hoffnung, dass man sein Leben sinnvoll genutzt hat, es bewusst gelebt und nicht vergeudet hat. Denn wie lautet ein altes Sprichwort: „Lebe jeden Tag so, als wenn es Dein letzter wäre!“. In Sprichworten liegt doch eine Menge Wahrheit. Wenn man dann noch das Glück hatte, sein Wissen, seine Erfahrungen und seinen Einfluss an seine Kinder weiterzugeben, ihnen zu vermitteln, wie sehr man das Leben lieben sollte, dann lebt man in deren Erinnerung weiter und dadurch stirbt man nie.

Ich sehe im Moment des Sterbens einen Zeitpunkt, an dem das, was das Leben ausgemacht hat, bedeutungslos wird. Alle materiellen Dinge, die für uns im Leben von Bedeutung waren, versinken in die Bedeutungslosigkeit. Auch hier trifft das Sprichwort "das letzte Hemd hat keine Taschen" genau den Punkt.Das einzig objektive, auf was sich der Mensch stützen kann, ist seinen Glauben, wen man ihn zu Lebzeiten gefunden hat, was kann dann noch geschehen? Liebe Leser, ich wünsche Ihnen in diesen schwierigen Zeiten und gerade jetzt in der Corona-Krise und dem "danach", dass Sie Ihren Glauben nie verlieren und denen, die ihn noch nicht gefunden haben, Geduld - alles kommt zur rechten Zeit.

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Artikelsignatur: Peter Michael Neuen | Autoren-Ressort: economy.reporters.de
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