260 Jahre Wiener Prater: Tradition trifft neue Attraktionen
Bereits 1162 wird der Prater erstmals urkundlich als „Pratum“ erwähnt. Jahrhundertelang diente das Gebiet vor allem den Habsburgern als Jagdrevier. 1766 öffnete Kaiser Joseph II. das Gelände für die Bevölkerung. Aus einfachen Ständen und Vergnügungen entwickelte sich der Wurstelprater. 1897 nahm das Riesenrad seinen Betrieb auf, 1933 folgte eine der frühen Geisterbahnen des Praters. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal wiederaufgebaut und stetig erweitert. Heute umfasst der gesamte Prater rund sechs Millionen Quadratmeter mit Wurstelprater, Hauptallee und weitläufigen Grünflächen. Der Zugang zum Pratergelände ist kostenlos.
Zum Jubiläumsjahr erhielt das 1897 errichtete Riesenrad mehrere technische Neuerungen. Die Innenflächen aller Waggons wurden mit der Glasbeschichtung AIR2LIFE versehen. Sie soll mithilfe von UV- und sichtbarem Licht Schadstoffe, Viren und Allergene abbauen, ohne zusätzlichen Stromverbrauch. Die Wirksamkeit wurde an der Charité Berlin geprüft, zudem trägt die Beschichtung ein Zertifikat der European Centre for Allergy Research Foundation. Neue Böden in den Gondeln, erneuerte Seilspeichen und aufgefrischte Fassaden ergänzen die Arbeiten am 65 Meter hohen Wahrzeichen. Bereits im März startete das Jubiläumsprogramm mit dem Praterball im Prater Dome unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Michael Ludwig. Praterverbandspräsidentin Silvia Lang bezeichnete den Abend als Hommage an die besondere Mischung aus Nostalgie und Moderne, die den Wurstelprater bis heute prägt.
Auch abseits des Riesenrads gibt es im Jubiläumsjahr Neues zu entdecken. Eine Laser-Tag-Arena zählt nach Angaben der Betreiber zu den größten ihrer Art in Österreich, bei den Pixel Games verbinden sich digitale Spiele mit körperlicher Bewegung. Indoor-Skydiving bietet Windobona, während das neue Alt Wiener Karussell bewusst an die traditionelle Seite des Praters anknüpft. Die Magic World Vienna ergänzt das Angebot mit neuen Showformaten. Madame Tussauds Wien feiert parallel sein 15-jähriges Bestehen mit einem erweiterten Programm. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das große Fest vom 18. bis 20. September 2026 im Wurstelprater. Die Hauptsaison läuft bis 31. Oktober, viele Fahrgeschäfte öffnen bis Mitternacht. Riesenrad und Madame Tussauds sind ganzjährig geöffnet. Der Eintritt in den Wurstelprater ist kostenlos, bezahlt werden die einzelnen Attraktionen.
Der Wiener Prater liegt im zweiten Wiener Gemeindebezirk und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln direkt erreichbar. Vom Bahnhof Praterstern mit U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Bus sind es nur wenige Gehminuten bis zum Wurstelprater. Das Gelände selbst ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Bezahlt wird jeweils an den Fahrgeschäften und anderen Attraktionen, deren Preise und Öffnungszeiten unterschiedlich ausfallen. Während der Hauptsaison bis Ende Oktober herrscht vor allem am Nachmittag und Abend Betrieb, einzelne Angebote wie das Wiener Riesenrad und Madame Tussauds öffnen ganzjährig. Auch außerhalb des Vergnügungsparks lohnt sich der Prater mit Hauptallee und weitläufigen Grünflächen. Zum Jubiläumsfest vom 18. bis 20. September 2026 ist mit besonders hohem Besucheraufkommen zu rechnen.


