Kitzrettung, Frühmahd tierschutzgerecht gestalten

Verfasst von: Reinald Döring
Die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere fällt zusammen mit den Terminen der ersten Mahd von Energiepflanzen und großen Grünflächen. Die vermeintlich sichere Ablage der Jungen im hohen Gras erweist sich dadurch oft als Tod bringend für den wilden Nachwuchs. Sicher vor Fuchs und anderen Prädatoren (Beutegreifern) getarnt aber nicht sicher vor den schnellen Maschinen mit den riesigen Mähwerken. Die Geschwindigkeit, durch modernste Technik ermöglicht, mit der heute die Felder gemäht werden gibt den Tieren kaum eine Möglichkeit rechtzeitig zu flüchten.

Effektive Wildtierrettung beginnt vor der Mahd

Dazu kommt noch das typische Verhalten einiger Wildarten sich zu ducken wenn Gefahr im Verzug ist. Damit möglichst wenige Wildtiere der Mahd zum Opfer fallen, weisen der Bundesverband der Lohnunternehmen (BLU), Der deutsche Jagdschutzverband (DJV), der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bundesverband der Maschinenringe (BMR) auf diese Problematik hin und empfehlen, den zuständigen Jagdpächter mindestens 24 Stunden vor dem geplanten Mähtermin zu informieren, damit erforderliche Wildrettungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Die Verbände sagen, eine effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd, die anstehenden Termine für den Grünschnitt rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Verhalten der Wildtiere anzupassen ist entscheidend wie erfolgreich die Rettungsversuche verlaufen.

Ein ideales Versteck (Bild: Reinald Döring)

Im April treffen zwei Termine aufeinander, die einiges an Konfliktpotenzial besitzen: Die Frühmahd der frischen Wiesen mit schnellen effektiven Kreiselmähern und die Setzzeit der Rehe. Jäger und Landwirte versuchen jetzt vielerorts Hand in Hand zu arbeiten, um Kitze aber auch Hasen, Fasanen oder Kiebitze zu retten. in den Wind gehängte Mülltüten, helle Blink- oder Blitzlichter, spielende Kofferradios auf nächtlichen Wiesen sind kein Witz zum ersten April. Damit soll erreicht werden, dass dadurch die misstrauisch gewordenen Elterntiere ihren Nachwuchs aus der Wiese führen, bevor der Mäher kommt. Der DJV weist zudem darauf hin, dass durch die entsprechende Mähtechnik Wildnachwuchs gerettet werden kann. Werden beispielsweise Wiesen von innen nach außen gemäht, haben Tiere eine reelle Fluchtmöglichkeit. "Wildtiere schonen - von innen nach außen mähen" die Broschüre kann im Internet unter www.jagdnetz.de, Rubrik "Naturschutz" als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Hoher Bewuchs, gute Deckung
Absuchen oder vergrämen rettet Leben
Gute Deckung

Die Felder und Wiesen vor der Mahd absuchen verspricht Erfolg

Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. Sie sind wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wer Verletzung und Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, kann dadurch eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen, die mit Geldstrafen geahndet werden kann. Vergrämung kann kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios durchgeführt werden. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung pro Hektar Anbaufläche wirkt, haben Experten herausgefunden. Gefördert durch das Bundesforschungsministerium entwickeln namhafte Hersteller von Landtechnik und Elektronik ein Sensorsystem für landwirtschaftliche Mähmaschinen, mit dem künftig in den Wiesen liegende Rehkitze bei der Mahd erkannt werden sollen.

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