IFAT Munich 2026 – Kommunalfahrzeuge im Wandel
Die IFAT Munich 2026 zog vom 4. bis 7. Mai ein globales Fachpublikum nach München. In ihrem 60. Jubiläumsjahr verzeichnete die Messe neue Spitzenwerte: Rund 3.400 Aussteller aus mehr als 60 Ländern präsentierten auf 300.000 Quadratmetern ihre Innovationen, von effizienten Wasserwirtschaftslösungen über digitale Recyclingtechnologien bis hin zu wegweisenden Fahrzeugkonzepten für Kommunen. Der internationale Anteil bei Ausstellern und Besuchern blieb mit über 50 Prozent auf konstantem Spitzenniveau. Zu den stärksten Ausstellernationen zählten neben Deutschland Italien, China und die Niederlande. Messe-München-CEO Stefan Rummel bezeichnete Kreislauf- und Wasserwirtschaft als systemrelevante Schlüsselindustrien. Bundesumweltminister Carsten Schneider und EU-Kommissarin Jessika Roswall unterstrichen auf der Messe die wachsende geopolitische Bedeutung von Umwelttechnologien für Souveränität und wirtschaftlichen Wohlstand.
Das weitläufige Freigelände der IFAT Munich war das Herzstück für alle, die Mobilität nicht nur auf Prospekten sehen wollten. Mehr als 110 Maschinen und Fahrzeuge standen dort im aktiven Einsatz, von kompakten Kehrmaschinen bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen für die Entsorgungs- und Kommunalwirtschaft. Der Verband der Arbeitsgeräte- und Kommunalfahrzeug-Industrie präsentierte auf seinem Freigeländestand zahlreiche Fahrzeugtypen unter realistischen Bedingungen. In der Truck-in-Action-Show demonstrierten Mitgliedsunternehmen ihre neuesten Entwicklungen in Straßenreinigung, Winterdienst und Abfallsammlung vor internationalem Fachpublikum. Die Fotorecherche vor Ort zeigte eindrucksvoll, wie weit die Entwicklung moderner Kommunalfahrzeuge vorangeschritten ist: Fahrzeuge, die noch vor wenigen Jahren ausschließlich als Dieselfahrzeuge bekannt waren, rollten nun wahlweise elektrisch, mit Wasserstoff oder hybrid über das Gelände.
Alternative Antriebe dominierten die Diskussionen auf der Orange Stage, der thematischen Bühne für Kommunal- und Abfallwirtschaft. Ob Elektrofahrzeuge für den städtischen Einsatz oder Wasserstoffantriebe für schwere Nutzfahrzeuge: Die Hersteller zeigten, dass die Transformation kommunaler Fahrzeugflotten keine Zukunftsvision mehr ist, sondern konkrete Serienreife erlangt hat. Bayern investiert nach Angaben von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger rund 255 Millionen Euro in Wasserstofftankstellen, Elektrolyseure und Wasserstoff-Nutzfahrzeuge. Das Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum im niederbayerischen Pfeffenhausen soll als zentrale Erprobungsplattform für Wasserstofflösungen im Güter- und Kommunalverkehr dienen und Technologien schneller zur Marktreife bringen. Parallel demonstrierten die VDMA Praxistage auf dem Freigelände mobile Großmaschinen im realen Betrieb, von der Altholzverarbeitung bis zur Gartenabfallentsorgung, stets unter dem Aspekt maximaler Effizienz und deutlich reduzierter Emissionen.
Die wirtschaftliche Dimension untermauerte eine auf der Messe vorgestellte Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Demnach könnte sich mittelfristig die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland bis 2045 von heute rund 60 Milliarden Euro auf bis zu 125 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Recycling und Wiederverwendung könnten zwischen 20 und 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzen. Das betrifft die Mobilitätsbranche direkt: neue Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien und weitere innovative Ansätze im Autorecycling zählten zu den meistdiskutierten Themen der Messe. Wer Fahrzeuge baut und betreibt, denkt heute zwangsläufig in Kreisläufen. Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 erneut in München statt.


