Corona-Krise 2021 - Harte Bewährungsprobe für die Gastronomie

Verfasst von: Peter Michael Neuen
In den vergangenen 9 Monaten habe ich zahlreiche Kolumnen über die Gastronomie in der Corona-Krise verfasst und hier besonders Gespräche mit Gastronomen im Umkreis von Mannheim geführt. Im ersten Lockdown in den Monaten April und Mai 2020 war bei den Gesprächen zumindest noch ein kleiner Hoffnungsschimmer zu spüren, denn die sonnigen Monate stand noch vor der Tür und über eine Corona-Welle 2 im Herbst wurde nur gemutmaßt. Die Sommermonate 2020 verliefen relativ schlecht, bedingt durch die Urlaubs- und Ferienzeit und erst ab Mitte September verliefen die Umsätze wieder halbwegs normal.

Dann kam die zweite Schockwelle für die Gastronomen, denn durch den zweiten Lockdown, der Anfang November in Kraft trat, fiel auch das Weihnachtsgeschäft ins Wasser. Die über das Krisenjahr gehegte Hoffnung, die bis dahin entstandenen Verluste durch ein Plus durch das Weihnachtsgeschäft, also durch betriebliche, geschäftliche, private oder Vereins- Weihnachts- oder Sylvester-Feiern, wurden zerstört und lösten bei vielen Gastronomen tiefste Depressionen aus. Dazu beigetragen hat auch die nur schleppend und tröpfchenweise ausgezahlte Corona-Hilfe für die Monate November und Dezember, auf die etliche Gastronomen auch heute noch warten. Auch der Monat Januar 2021 ist verstrichen und es ist keine Besserung in Sicht.

Es wird von der Bundesregierung noch nicht einmal ein Hoffnungsschimmer gegeben, da ja jetzt zahlreiche Corona-Mutationen aufgetaucht sind und sich die Impfungen bis zum Spätherbst hinziehen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es nicht so aus, dass sich für die Gastronomen in den kommenden Monaten etwas positiv ändern wird, denn die 5 Jahreszeit „Fasching“ oder auch „Karneval“ genannt, ist sang- und klanglos gestrichen worden und ob sich bis Ostern Lockerungen ergeben ist fraglich. Ich habe von einigen Gastronomen gehört, dass sie ihre Betriebe schließen werden, die über Jahre hinweg sauer erwirtschafteten Rücklagen sind schon Ende vergangenen Jahres aufgezehrt worden, die Corona-Soforthilfe-Programme berücksichtigen nur die Betriebskosten und keinerlei Privat-Kosten.

Ich habe von einigen Gastronomen gehört, dass sie ihre Restaurants, Lokale und Imbiss-Läden schließen werden, die über Jahre hinweg sauer erwirtschafteten Rücklagen sind schon Ende vergangenen Jahres aufgezehrt worden, die Corona-Soforthilfe-Programme der Bundesregierung und der Länder berücksichtigen nur die Betriebskosten und keinerlei Kosten bzw. Zuschüsse für die Privatmiete, die Kranken- und Lebensversicherung und allgemeine Lebenshaltungskosten. Und warum soll man noch ausharren und auf bessere Zeiten hoffen, wenn einem die Lebensgrundlage fehlt. Die Insolvenzantragsfrist ist ja um einige Monate rausgeschoben worden, aber es ist anzunehmen, dass nach Ablauf mit einer Flut von Insolvenzanträgen zu rechnen ist, und ein großer Teil der Antragsteller wird aus der Gastronomie kommen.

Privatmiete, die Kranken- und Lebensversicherung und allgemeine Lebenshaltungskosten finden noch nicht mal teilweise Anrechnung. Und warum soll man noch ausharren und auf bessere Zeiten hoffen, wenn einem die Lebensgrundlage fehlt. Die Insolvenzantragsfrist ist ja um einige Monate rausgeschoben worden, aber es ist anzunehmen, dass nach Ablauf mit einer Flut von Insolvenzanträgen zu rechnen ist, wie sie die Bundesrepublik noch nie zuvor gesehen hat und ein großer Teil der Antragsteller wird aus der Gastronomie kommen. Was bedeutet das für jeden von uns? Ein Verzicht auf ein Stück Lebensfreude und Unbeschwertheit, denn ein Leben ohne gemütliche Restaurants. Lokale und die Stammkneipe ist einfach weniger lebenswert!

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Artikelsignatur: Peter Michael Neuen | Autoren-Ressort: economy.reporters.de
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