Cowboys tanzen für die Westernstadt
Vor einem dreiviertel Jahrhundert verabredete sich der Berliner Cowboy Club mit Tatendrang und Ideenreichtum in einer Spandauer Kneipe. Sie beschlossen ihren Club in das Vereinsregister eintragen zu lassen. 1950 erfolgte der Eintrag. „“ Ben Destry“ wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins und zum Bürgermeister der Westernstadt gewählt. Eingetragene Vereine arbeiten nicht kommerziell. Sie werden ehrenamtlich von den Vereinsmitgliedern bewirtschaftet. In einer Zeit wo finanzielle Interessen im Vordergrund stehen, sowie Online-Aktivitäten und Computerspiele dominieren, ist das Vereinsleben in der Selbstverwirklichung und zwischenmenschliche Beziehungen eine tragende Rolle spielen, weitgehend aus der Mode gekommen. Viele Vereine sind heutzutage mangels Sponsoring und Nachwuchs davon betroffen ihre Konzeptionen und Vereins-Areale auf Grund vermeintlicher Unrentabilität aufzugeben.
Schon seit längerer Zeit ist auch die Westernstadt, die bislang noch nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde, von der Enteignung bedroht. Für ihr Weiterbestehen wurde im vergangenen Jahr vor dem Roten Rathaus in Berlin demonstriert. Eine indigene Weisheit des ökologischen Visionärs „Häuptling Seattle“ verkündete “ Erst wenn der letzte Baum gefällt ist, der letzte Fluss verseucht ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Wenn „Town Old Texas“ seine Tore öffnet, was auf Grund der Umstände nur noch selten möglich ist, besteht die Möglichkeit sich auf eine Zeitreise zu begeben und sich in die Kultur einer früheren Epoche einzufühlen. Als Ouvertüre führen die Vereinsmitglieder in traditioneller Kleidung, ehemalige Rituale und Gepflogenheiten des Westerblebens vor. Danach werden die Gäste dazu eingeladen, in einem charmanten und phantasievollen Country-Szene Szenarium, ein zeitgenössisches Western-Leben zu gestalten.
In einer familiären und gastfreundlichen Atmosphäre, werden zusammen Pläne geschmiedet, gesungen, getanzt und neue Freundschaften entstehen. Vor dem Tipi amüsieren sich die Kinder mit Westernspielen und üben sich unter der Anleitung kundiger Cowboys, in der Kunst des Lasso-Werfens. Dabei hungrig geworden zieht es die jungen Erdenbürger*innen zu den Erwachsenen. Die favorisierte „Cowboy- Kost“ ist selbstgebackenes Brot, Rauchschinken, Bohnen, Kartoffeln, Gulaschsuppe, gegrillte Steaks und Obst- Streuselkuchen a`la Großmutter. Ohne Profiabsichten werden die schmackhaften Gerichte bei den Events, mit den Gästen zusammen verzehrt. Vorbereitet wurden sie von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern und Helfer*innen. In der Abenddämmerung werden am Lagerfeuer Abenteuergeschichten erzählt. Der „König der Cowboys“, Billy Jenkins stammt aus Berlin. In mehr als 25 Millionen Wildwest-Heftchen glänzt sein Name auf den Titelseiten von Western-Abenteuern. Sein Handwerk zum Cowboy erlernte er in Mexiko.
In dem Sattel von „Black Devil“ - dem Leithengst der Wildpferde - entwickelte Billy Jenkins sich zum Greifvogeldompteur und Artisten.Im Zirkus Barnum und Sarrasan begeisterte er die Zuschauer mit Kunstakrobatik auf Pferden und wenn er mit verbundenen Augen über die Schulter hinweg, Visitenkarten durchlöcherte. Sein Haus steht noch in Reinickendorf. In den späteren Abendstunden wird es stimmungsvoll in Mary`s Saloon. Befreundete Vereine führen, unter heftigem Applaus, Tanzdarbietungen und Showeinlagen auf. Wenn die Cowboys nach einem exquisiten „Tequila“ im Salon erscheinen, wird es prickelnd. Beim Linen- Dance machen sie den Ladys ihre Aufwartung. "Dance is the hidden language of the soul“ (Martha Graham) Sobald die Musiker Country-Klassiker und eigenen Songs spielen, entsteht im „Wilden Westen“ eine romantische Atmosphäre.“ Der Touristenmagnet Old Texas Town liegt mitten in Berlin“ (Song; Truck Stop)“Rettet die Westernstadt“ (https:/wp.old-texas-town.de)


