Faszination Lanzo Torinese

Verfasst von: Sylvia Haendschke
Teil des historischen Stadtkerns von Lanzo Torinese - Herbst 2025 (Bild: Sylvia Haendschke)
Die kleine Stadt Lanzo Torinese in der italienischen Metropolitanstadt Turin, in Piemont, bildet das Tor zu den drei Tälern Val di Viù, Val d'Ala und Val Grande, die auch als Valli di Lanzo zusammengefasst werden. Sie sind bekannt für ihre Bergseen und alten Maultierpfade. Den sogenannten Mulattiera. Der Name Lanzo wird auch oft mit der Käsesorte Toma, den Butter-Torcetti und mit der Teufelsbrücke (Ponte del Diavolo), die zu den bedeutenten Wahrzeichen der Stadt gehört, in Verbindung gebracht.

Seit dem frühen Mittelalter ist die Geschichte des Ortes eng mit der Dynastie der Savoyer verbunden. Arduino Glabrione war der erste Herrscher, der sich im 10. Jahrhundert durch die Abwehr der Sarazenen hervorgehoben hatte. Die Rechte von ihm gingen später an seine Nichte Adelaide von Susa über. Sie heiratete Oddone von Savoyen, womit praktisch die Präsenz der Dynastie der Savoyer in Piemont begann. Im frühen 11. Jahrhundert wurde der Ort unter dem Toponym „Curtis Lanceii“ geführt und erhielt später im Laufe der Zeit weitere verschiedene Namen. Die Burg von Lanzo wurde von Landolfo, dem Bischof von Turin, errichtet. Aber erst im 13. Jahrhundert bekam die Stadt unter Amedeo IV. Befestigungsmauern.

Stadtturm von Aymone di Challant in Lanzo Torinese, Herbst 2025 (Bild: Sylvia Haendschke)

Den historischen Eingang zum mittelalterlichen Zentrum der Stadt bildet der Stadtturm von Aymone di Challant. Er zählt gemeinsam mit der Teufelsbrücke zu den bedeutendsten historischen Wahrzeichen von Lanzo Torinese. Den Namen verdankt der Turm dem Adligen Aymone di Challant, auch bekannt als Aymon II. von Challant, der als Kastellan Mitte des 14. Jahrhunderts im Auftrag des Hauses Savoyen die Stadt verwaltete. Der Zugang zum Tor erfolgte über eine Zugbrücke, die über einen Wassergraben führte. Im Inneren des Turmes befanden sich Wachposten und Verteidigungsanlagen. Der Turm wurde durch ein massives Tor gesichert. Die Scharniere sind noch heute an den Gebäudemauern sichtbar. Zum Verschließen wurden schwere Fallgatter verwendet, von denen heute noch Spuren zu erkennen sind.

Die Chintane in Lanzo Torinese

Die mittelalterlichen, schmalen Durchgänge und Gassen im historischen Ortskern, in der Nähe der Piazza Gallenga, sind eng mit dem Turm von Aymone di Challant (i italienisch: Torre civica Aymone di Challant) verbunden und prägen das alte Dorfbild. Sie sind sehr charakteristisch für die Architektur des historischen Zentrums von Lanzo Torinese und laden zu jeder Zeit zum Erkunden ein. Die auch als Chintane bezeichneten Gänge boten Platz für Werkstätten und verbanden die verschiedenen Bereiche des befestigten mittelalterlichen Dorfes, in denen im Mittelalter Märkte und Feste stattfanden.

An manchen Hauseingängen in den überdachten Gässchen befinden sich künstlerisch faszinierende Türklopfer. Und manchmal werden in den Nischen Werkzeuge ausgestellt, die teilweise aus dem Mittelalter stammen. Die charakteristischen historischen Laubengänge im alten Stadtzentrum von Lanzo Torinese sind als öffentlicher Raum zugänglich, aber wenn die dort oder in der Nähe ansässigen Geschäfte und Lokale geschlossen sind, ist in den Gängen kaum jemand zu sehen. Von Mittwoch bis Sonntag soll hier jedoch das Leben pulsieren. Aber ganz gleich, welcher Wochentag oder welche Jahreszeit gerade ist, Lanzo Torinese ist immer eine Reise wert.

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Artikelsignatur: Sylvia Haendschke | Autoren-Ressort: quantenatem.reporters.de
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