So machen Sie Digitalfotos zu Geld

Verfasst von: Bettina Schwarz
Bevor die Kasse klingelt, ist etwas Recherchearbeit erforderlich. Welche Bilder sind überhaupt gefragt?
Bevor die Kasse klingelt, ist etwas Recherchearbeit erforderlich. Welche Bilder sind überhaupt gefragt?  Bild: Fotolia.de
Fotos von der Festplatte in eine kommerzielle Bilddatenbank hochladen und damit Geld verdienen? Diese Idee klingt verlockend und reizt viele Hobbyfotografen. Doch bis die erste Überweisung auf dem Konto eintrudelt, ist Geduld gefragt. Doch der Aufwand kann sich lohnen, auch wenn die Mikrostockagenturen, die diese Plattformen betreiben, nur wenige die Cent pro Bild bezahlen. Es rechnet sich, sofern viele Fotos verkauft werden.

Doch bevor die Kasse klingelt, ist etwas Recherchearbeit erforderlich. Welche Bilder sind überhaupt gefragt? Es ist besser, zunächst das bestehende Angebot zu sichten und dann zu überlegen, zu welchen Themen noch Bilder fehlen oder in welchen Bereichen sich Nachfragetrends abzeichnen. Was die Qualität der eigenen Bilder betrifft, sollten Freunde und Bekannte herangezogen werden, um ein ehrliches Feedback zu erhalten. Schönrednerei ist dabei Kontraproduktiv. Viele Hobbyknipser tun sich einfach schwer damit, die Qualität der eigenen Fotos objektiv einzuschätzen. Eine Blumenvase oder der übliche Handshake haben kaum Aussicht auf Erfolg.

Eine Vollmondaufnahme oder einen Sonnenaufgang anzubieten ist ebenfalls nicht sehr vielversprechend. Wenn ein User das als Suchbegriff bei einer Plattformen eingibt, erscheinen Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Treffern. Die Konkurrenz bei solchen Motiven ist groß, der Verdienst minimal. Gut nachgefragt sind hingegen pfiffige Genrebilder zu aktuellen und zeitlosen Themen, beispielsweise Datenschutz, Beruf und Karriere oder saubere Energie. Das Fotografieren von Menschen wirft immer noch den größten Profit ab, erfordert aber eine hohen Aufwand und eine professionelle Herangehensweise. Nun aber seine digitalen Archive nach Urlaubsfotos, dem letzten Ausflug oder Grillfest zu durchstöbern und diese Bilder über Bilddatenbanken anzubieten, macht keinen Sinn.

Grundsätzlich gilt: Ein schönes Foto muss nicht unbedingt auch ein gut verkauftes Foto sein. Vielmehr sind universell verwendbare Bilder weitaus lukrativer für den Fotografen. Diese Bilder sprechen eine breitere Nachfrage an, als Fotos mit stark eingegrenzter Einsetzbarkeit. Die Anforderung an die Bilderqualität ist bei nahezu allen Mikrostockagenturen ähnlich. Um eine Ablehnung zu vermeiden ist es erforderlich, sich vorab mit der Materie zu befassen und die jeweiligen Reglements durchzulesen. Hinzu kommen auch formale Aspekte: Viele Agenturen erlauben es nicht, identische Bilder gleichzeitig bei mehreren Plattformen anzubieten.

Außerdem sind eine gute Schlagworte, also Suchbegriffe nach denen Bilder gefunden werden sollen, enorm wichtig. Die Verschlagwortung ist eine kleine Wissenschaft für sich und sollte auch bewusst die gängigsten Schreib- oder Tippfehler beinhalten. Bildrechtliche Fragen dürfen keinesfalls vernachlässigt werden, selbst wenn das Thema etwas öde sein sollte. Die FAQs und Hilfeseiten der Bilddatenbanken geben darüber sehr erschöpfend Auskunft. Um Haftungsrisiken zu vermeiden, sollten insbesondere Newcomer die angebotenen Inhalte studieren. Das Bildmaterial kann etwa schon allein aus markenrechtlichen Gründen abgelehnt werden: Kleinigkeiten genügen, z. B. ein sichtbares Label an einem Kleidungsstück.

Die Rechtslage wenn Menschen fotografiert werden, ist allgemein bekannter. Hierzu muss eine Einverständniserklärung von der abgebildeten Person oder deren Erziehungsberechtigten unterzeichnet werden. In diesem Kontext kann der Fotograf aber auch die Nutzung von Bildern einschränken, indem bestimmte Publikationsarten ausgeschlossen werden (Werbung oder Printmedien). Nachteil: Bildmaterial das Einschränkungen unterliegt, verkauft sich schlechter. Grundsätzlich ausgeschlossen ist die Nutzung von Bildern für diffamierende, illegale, pornografische oder Jugendschutz gefährdende Zwecke. Die wichtigste aller Fragen aber bleibt: Was kann ich damit verdienen? Eine Sackgasse ist es, Dumpingpreise anzubieten in der Hoffnung auf schnelles Geld. Sind die Bilder gut, sollte das Material exklusiv verkauft und der Preis vom Fotografen festgelegt werden.

Suchbegriffe, Druckversion und Feedback

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