Tanzbare Texte

Verfasst von: Marion Wolters
Wenn der Körper als Rahmen für das Bild dient, das die Wörter zeichnen, entsteht durch Textimpulse so nach und nach ein Gedicht, ein Einführungstext, eine Glosse. Viele Megastars der Musikszene haben bei Pantomimenlehrer gelernt und ein Massenpublikum erreicht. Dieser Artikel beschäftigt sich nicht mit der darstellenden Kunst der Pantomime. Wenn der Körper als ein faszinierender Rahmen dient für das Bild, das die Wörter zeichnen…

An einem Sommermorgen streicht ein Windhauch durch das geöffnete Fenster des Tanzstudios über Ihren Körper, gibt ihm eine Information. Wie wird sie umgesetzt? Kann sich die Information mühelos ihren Weg durch Ihren Körper suchen? Vielleicht haben Sie wie die Autorin dieses Artikels tanzbare Texte geschrieben https://www.amazon.de/Sunlight-point-Sonnenlichtpunkt-Marion-Wolters/dp/3748159358 und suchen nach Wegen, diese physisch auf unterschiedliche Weise auszudrücken. Sie experimentieren mit verschiedenen Übergangsvarianten vom Spagat in eine Standposition und erfinden nebenbei eine neue Sportart https://www.amazon.de/Parcourlet-Marion-Wolters/dp/3743163403 Texte, die jetzt nicht mehr nur digital oder auf Papier sichtbar sind, sondern in eine fühlbare Sprache übersetzt werden.

Als Gedanke, mit dem man spielen kann, nehmen wir für diesen Artikel einmal an, dass die Wörter und Textimpulse ihre Darstellungen formen. Wie präsentiert sich der Text selbst, wenn Sie ihn sich einfach ausdrücken lassen? Nutzt er Axis Syllabus oder lieber Hip Hop? Entscheidet er sich für einen Jazzgesang während er einen Jazz Dance wählt? Es kann auch ein Sprechgesang sein, ein harter Rap oder eine lyrische Variante. Sie sehen aus einem fahrenden Zug heraus ein aufgespraytes Bild und überlegen, wie man tanzbare Texte derart umsetzen würde. Wie würden sie als Dessert aussehen?

Nur eine verrückte Idee, ein Spaß, ein Spiel? Ist es das nicht immer, wenn man den eigenen Rahmen der Erziehung, ideologischen Festlegungen, gesellschaftlichen Definitionen wegnimmt? Eine Reise in ein unbekanntes Terrain mit unbestimmtem Ausgang. Ein interessantes Vergnügen, das möglicherweise zahlreiche Erkenntnisse zutage fördert. In gewisser Weise sicher, da man die Regeln selbst bestimmt. Doch man kann auch ein Risiko eingehen. Einen Text nacheinander in verschiedenen Ausdrucksformen präsentieren. Ihn als Theaterausschnitt inszenieren und ihm Arme, Beine, ein Gesicht und Gewicht geben. Man beobachtet die Reaktion des Publikums, bezieht sie ein.

Wie reagiert es, wenn der gleiche Text gesungen wird? Lässt es sich mehr auf den Inhalt ein, überträgt ihn auf den eigenen Körper, singt mit, bewegt sich, applaudiert, möchte gerne selbst als performing artist auf der Bühne agieren? Vielleicht gehören Sie zu denen, die die eigenen Aktivitäten als ein permanentes, kreatives Spielfeld für innovative, experimentelle Dienstleistungen und Produkte ansehen. Zu denen, die zwischendurch unkommerzielle Wege gehen. Die die Grenzen der Wirtschaftlichkeit und des Pragmatismus erweitern. Um auch andere Bereiche der Persönlichkeit zu erreichen und auszubilden. Um dorthin zu gelangen, wo Tiefe und Leichtigkeit ein Paar bilden.

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