Ponte del Diavolo - Teufelsbrücke in Lanzo Torinese (Piemont, Italien)

Verfasst von: Sylvia Haendschke
Ponte del Diavolo in Lanzo Torinese im Herbst 2025 (Bild: Sylvia Haendschke)
In einem kleinen Ort mit dem Namen Lanzo Torinese, mit nur 5.000 Einwohnern, unweit von Turin entfernt, befindet sich die berühmte Teufelsbrücke – die Ponte del Diavolo, die den Fluss Stura überquert. Ihre Ursprünge reichen bis in das Jahr 1378 zurück. Sie zählt zu den meistbesuchten und eindrucksvollsten Brücken im Piemont. Die wunderschöne Brücke gab auch dem umliegenden Park ihren Namen: Teufelsbrückenpark – Parco Ponte del Diavolo.

Der Bau der Brücke wurde im Jahre 1378 von Graf Aresmino Provana von Leynì genehmigt. Er war Vizekastellan von Lanzo und Mitarbeiter von Amadeus VI. von Savoyen, der auch als der Grüne Graf bekannt war. Der Bau wurde dem Baumeister Giovanni Porcherio anvertraut. Die Baukosten von 1400 Gulden wurden vollständig von der Kastellania von Lanzo getragen. Allerdings wurde zur Deckung dieser Kosten über 10 Jahre lang eine Weinsteuer erhoben. Erbaut wurde die Brücke, um eine alte Holzbrücke zu ersetzen, die zerstört worden war und um Lanzo und seine Täler mit Turin zu verbinden.

So entstand die Ponte del Roch, die allgemein als Teufelsbrücke bekannt ist. Die berühmte Brücke sollte den Handel in Lanzo und den angrenzenden Dörfern fördern, wobei sie die beiden Ufer des Flusses Stura zwischen dem Berg Monte Buriasco im Westen und dem Berg Monte Basso im Osten verband. Allerdings unterscheidet sich die heutige Brücke von der ursprünglichen Version etwas. Die Brückenkonstruktion mit einem flachen Gewölbe ruht auf zwei seitlichen Kragsteinen. Die Brücke ist 65 Meter lang und an ihrer breitesten Stelle 2,27 Meter breit. Sie ist 16 Meter hoch und ihre Form ist bucklig. Ihre Spannweite beträgt 37 Meter.

Tor auf der Ponte del Diavolo in Lanzo Torinese im Herbst 2025 (Bild: Sylvia Haendschke)

Der Bogen auf dem Gipfel und die Kirche San Rocco zeugen von einer architektonischen Entwicklung der Brücke. Außerdem wurde der Brückenweg aus großen Flusskieseln gebaut. Eins stand ein Turm in der Nähe der Brücke. Beim Vergleich der Abmessungen und des Umfangs der Kapelle San Rocco mit denen des Turms Aimone di Challant, der sich in der Altstadt von Lanzo Torinese befindet, decken sie sich perfekt. Beide sind 4,60 Meter tief und 6,35 Meter breit. Das sind typische Maße für piemontesische Wehrtürme des 14. Jahrhunderts. Der gemauerte Steinbogen, auf dem Buckel der Brücke ist ein Überrest eines Tores, dass im Jahr 1564 erbaut wurde. Während der Zeiten von Pestepidemien wurde es geschlossen, um Fremde fernzuhalten, die die Pest einschleppen und damit die Gesundheit der Bewohner von Lanzo hätten gefährden können.

Riesentöpfe an der Ponte del Diavolo in Lanzo Torinese Herbst 2025 (Bild: Sylvia Haendschke)

Eine Legende besagt, dass die Einwohner von Lanzo die Brücke zweimal bauten. Doch sie stürzte beide Male wieder ein. Das bestürzte die Bewohner angesichts der hohen Baukosten sehr. Daraufhin schloss ein Einsiedler einen Pakt mit dem Teufel, der anbot, die Brücke zu bauen und versprach, dass seine Brücke nicht einstürzen würde. Aber im Gegenzug verlangte er die Seele desjenigen, der die Brücke als Erster überquere. Als die Brücke fertig war, lies der Einsiedler seinen Hund als Erstes über die Brücke laufen. Der Teufel war wütend über die Beleidigung und schlug mit seinen Pranken heftig auf die umliegenden Felsen der steilen Wände an den Ufern des Flusses. So formte er die charakteristischen, sogenannten „Riesentöpfe“, die noch heute hinter der Kapelle San Rocco zu sehen sind.

Suchbegriffe, Druckversion und Feedback

Artikel wurde veröffentlicht: PDF erzeugen Inhalt beanstanden
Artikelsignatur: Sylvia Haendschke | Autoren-Ressort: quantenatem.reporters.de
An der Schulkoppel 6 | 22844 Norderstedt
Telefon: 040/53326792 | E-Mail: quantenatem@posteo.de

Ähnliche Themen

Feeds RSS Feeds