Wer hat die Atombombe überlebt?

Verfasst von: Marion Wolters
1945 wurde am 6. August die Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Danach gab es kein Leben mehr auf diesem Gebiet. Bis auf eine Pflanze, die von Charles Darwin als "lebendes Fossil" bezeichnet wurde. Wenn man im Herbst die gelben Blätter dieser Pflanze bewundert, strömen die darunter liegenden Früchten der weiblichen Vertreter einen Geruch von gegorener Milch aus. Um welche Heilpflanze handelt es sich?

Vor der Eiszeit gab es zwanzig verschiedene Gattungen dieser Pflanze in Amerika, Asien und Europa, heute sind es vierzig. Im Erdmittelalter vor 250 bis 60 Millionen Jahren wuchsen sie auch in Alaska. Sie überlebten die Eiszeit, lebten danach nur noch in Südchina. Im 11. Jahrhundert existierte diese Pflanze auch in Japan, wohin sie von Korea aus gebracht wurde. Später wurden die Samen dieser Pflanze von holländischen Kaufleuten nach Utrecht geschmuggelt. Dort wuchs in der Orangerie um 1730 Uhr der erste Baum. Es ist weder ein Nadel- noch ein Laubbaum.

Der Gingko Biloba bildet eine eigene Klasse, die Ginkgophyta. Der Baum hat sein Aussehen seit Millionen von Jahren kaum verändert. Seine Resistenz gegen Schadstoffe und Schädlinge bewirkte, dass er gerne in Städten angepflanzt wurde und wird. Er wird ca. 20-40 Meter hoch und kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Seine Blütezeit erlebt er im Mai-Juni. Der weibliche Baum produziert kleine, runde, hellgrüne Früchte. Allerdings nur, wenn nicht weit davon ein männlicher Baum steht, der ihn befruchten kann. Die hellgrünen Früchte sehen im reifen Zustand wie Mirabellen aus. Sie verströmen einen widerwärtigen Geruch.

Dies ist der Grund, warum in vielen Städten nur männliche Exemplare gepflanzt werden sollen. In den ersten 20-30 Jahren ist es nicht möglich, das Geschlecht des Gingko zu bestimmen, da die Bäume erst in den nachfolgenden Jahren geschlechtsreif werden. Es wird angenommen, dass die Früchte des Gingkos so übel rochen, damit sie von den Dinosauriern gefressen wurden, die die verdauten Samen mittels Kot weiterverbreiteten. Heute zieht der Duft Aasfresser wie z.B. Kojoten an. Man sollte sich jedoch von dem Geruch der Früchte nicht täuschen lassen.

Gekochte und geröstete Samen werden in China in vielen Gerichten gegessen. Als Heilmittel gegen Husten, Asthma, Tuberkulose. In Europa wurden hauptsächlich die Blattextrakte in den letzten 50 Jahren als Arzneimittel verkauft gegen Tinitus, Durchblutungsschwierigkeiten, Depression (siehe das neue Buch der Autorin dieses Artikels "apercevoir et sourire", wo u.a. ein Mittel gegen Depression gefunden wird). In China lindern die abgekochten Wurzeln Blähungen und Magenschmerzen. Für die Chinesen ist das Gingkoblatt ein Symbol für Yin und Yang. In Japan ist der Gingkobaum "Tempelbaum", da er vielfach in Tempelanlagen angebaut wurde. "Lebensbaum", da im Frühjahr 1946 neue Triebe aus dem verkohlten Baumstumpf wuchsen, die bis heute zu einem stattlichen Gingkobaum herangewachsen sind.

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