Virtual Reality für die Wirtschaft

Verfasst von: Marion Wolters
Virtuelle Spiele sind sehr beliebt. Für manche sind sie gar spannender als die Realität, weil sie Bedürfnisse befriedigen, die sie in der Realität nicht leben können. Oder zum Erwerb von Fähigkeiten führen, die in der Realität nicht gebraucht werden. Wie verändert sich eine Gesellschaft, wenn deren Mitglieder mehr und mehr in virtuelle Welten abgleiten, für die reale Welt weniger verfügbar sind?

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt”, sagte schon Friedrich Schiller. Spielen in allen Varianten. Um die eigenen Fähigkeiten zu testen, zu entwickeln und auszubauen. Oder um Stress abzubauen, etwas zu erfinden, neue Kontakte zu knüpfen, Spaß zu haben. Dies sind nur einige Möglichkeiten, warum Menschen spielen. Es gibt Spiele für fast jeden Lebensbereich und für jede Altersklasse. Mit und ohne Regeln oder selbst festzusetzenden Spielgesetzen. Auf spielerische Weise Geld zu verdienen und die Welt zu erobern, ist für viele ein Traum, den sie wahrgemacht haben. Man denke an Selbständige und Arbeitende auf allen Hierarchiestufen eines Unternehmens.

Im letzten Jahr fand in der Bundeskunsthalle in Bonn "The Playground Project" Indoor & Outdoor statt. Basierend auf der Philosophie des "Homo ludens", des spielenden Menschen, ermöglicht das Spiel innovative Ansätze, um Probleme zu lösen oder einfach nur selbstvergessen und glücklich im Spiel aufzugehen. Auch spiegelt es die Veränderungen des Lebens, denen der Mensch sich spielend (im doppelten Sinne des Wortes) anpasst, sowie die psychischen und physischen Herausforderungen, denen er sich im experimentierenden Spiel stellt. Ein interessanter Ansatz, der zunehmend auch in der Wirtschaft gelebt wird.

Virtual Reality heißt hier das Stichwort. In diesem Bereich befindet sich die Wirtschaft noch in den Anfängen. Erste Schritte wurden im Personalmarketing gemacht, um geeignete Bewerber zu interessieren. Diese können sich ihren künftigen Arbeitsplatz ansehen und entscheiden, ob er ihren Vorstellungen tatsächlich entspricht oder nicht. So ersparen sich Firmen und Bewerber Zeit, Geld und Enttäuschungen. Virtual Reality wird auch genutzt, um Phobien zu bekämpfen. Wer Flugangst hat, kann in einer simulierten Situation lernen, damit umzugehen. Beim Zahnarzt verschwindet man mittels Virtual Reality zum Beispiel auf eine Party in einem New Yorker Museum, während der linke Backenzahn in der Realität eine neue Füllung bekommt.

Doch Virtual Reality kann noch viel mehr: was wäre, wenn die Mitarbeiter eines Unternehmens vermehrt im Homeoffice in dieser "zweiten Welt" arbeiten würden und in der Realität, der "ersten Welt", somit den modern gewordenen Open Space und dessen finanziellen Rahmen optimieren würden? Auch könnte man mit den Daten, die einem über einen Wettbewerber zur Verfügung stehen, in der virtuellen Welt potentielle Gespräche einüben und so in der Realität siegreich aus einem künftigen Treffen hervorgehen. Mehr dazu im Buch "Sunlight Point" der Autorin dieses Artikels https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=sunlight+point+marion+wolters

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