Wie hoch ist der emotionale Gehalt Ihrer Erwartungen?

Verfasst von: Marion Wolters
Haben Sie Ihre Erwartungen auf ihren emotionalen Gehalt überprüft? Dieser Artikel untersucht die derzeitige allgemeine Erwartungshaltung im globalen beruflichen Umfeld und vergleicht sie mit der privaten Erwartungskultur. Die Komplexität der Anpassung an verschiedene psychosoziale Bedingtheiten wird im Kontext alternierender Strukturen gesehen. Gegebenheiten beschreiben, analysieren, sie jedoch auch zwischendurch in ihrer Emotionalität so stehen lassen zu können wie sie sind ohne sie zu kritisieren, ist der Anspruch.

In beruflichen Umfeldern, die sich durch stabile Strukturen auszeichnen, sind die Rollen meist sehr klar definiert. Die dadurch entstehende äußere Sicherheit spiegelt sich in der klaren Abgrenzung des Individuums gegenüber seiner Umwelt wider. Gleichzeitig droht Erstarrung durch mangelnde Freiheit und Ausdrucksmöglichkeiten. Eine bessere Gleichgewichtung der einzelnen Kriterien wäre der beruflichen und persönlichen Entwicklung des Individuums dienlicher. Lockert man die Strukturen und löst sie teilweise auf, verändert sich die psychoemotionale Situation. Das Individuum wird angreifbarer und verletzlicher. Es gilt jetzt Stabilität bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der erreichten Vorteile zu erlangen.

Es gibt viele Menschen, die sich permanent in sich verändernden Berufsanforderungen befinden. Die sich neu erfinden müssen, um für Kunden attraktiv zu bleiben. Die ihre eigene Verletzlichkeit einer nach außen getragenen Stärke weichen lassen und sie nur sehr selten durchblitzen lassen können. Dies muss kein Nachteil sein, es ist nur eine Option. Eine Option, die eine größere Wahrscheinlichkeit in einer caring culture mit emotionalem Leadership erhält. Ist Emotionalität auch nur eine Erwartung, die einen anders gearteten Leistungsindikator definiert oder dient sie dazu Rollen zu definieren und Identitäten zu schaffen?

Es gibt Stimmen, die den heutigen Arbeitnehmern eine "All inclusive" Mentalität unterstellen, weil sie erwarten, dass sich das Unternehmen um ihre physische und mentale Gesundheit, Kitas, Altenbetreuung etc. zu kümmern hat. John F. Kennedy sagte bei seiner Amstantrittsrede: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt." Gibt es ein unternehmerisches Denken, das fragt, was man für das Unternehmen tun kann und nicht, was das Unternehmen dem Arbeitgeber gibt? Erwartungen - sind sie seitens der Arbeitnehmer und Arbeitgeber rasant gestiegen?

Der gerade gelesene Text dient der Provokation. Die dabei entstandenen Emotionen mögen einfach stehen gelassen werden. Ist das möglich? Wie hoch ist der emotionale Gehalt Ihrer Erwartungen? Welche Erwartungskultur hat sich/haben Sie in Ihrem privaten Bereich entwickelt und etabliert? Die Ansprüche an einen perfekten Ausgleich zum Alltag haben sich auf vielfältige Weise erweitert. Heutzutage wird die Lust auf Abenteuer nicht zuletzt auch durch digitale Geräte erfüllt. Wenn Sie Interesse haben, anders geartete Texte (Welche rationalen Erwartungen entstehen jetzt in Ihnen, statt der Formulierung "werden in Ihnen geweckt"?) auf ihren/Ihren emotionalen Gehalt zu überprüfen, sei Ihnen das auch digital erhältliche Buch "fougère, verre…" der Autorin dieses Artikels empfohlen: https://www.brainguide.de/fougere-verre

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