Musikalische Erzähltexte

Verfasst von: Marion Wolters
Die gestalterischen Ideen, mit denen der Dirigent die Nuancen des Werkes lebendig werden lässt, überraschen. Die ausbalancierte rhythmische Subtilität überträgt sich auf das Orchester, das diese aufnimmt und weiterentwickelt an das Publikum weitergibt. Es ist schwer möglich sich als Zuhörer diesem "emotionalen Klangkörper", den der Dirigent, das Orchester und das Publikum bilden, zu entziehen. Gleichzeitig gilt das auch für den Zugang zu tieferen, komplexeren Gefühlen.

Das Pianissimo des Dirigenten löst Gedanken an eine erkrankte Freundin aus. Ob ihr Musik, die unmittelbar und tiefgreifend wirkt, helfen kann? Ob sie diese Möglichkeit schon mal in Betracht gezogen hat? Eine Verbindung zu ihrem Inneren schaffen mit einem nicht verbalen Ausdruck. Wie tief ist sie bereit sich berühren zu lassen? Der Dirigent bedeutet dem Orchester "forte" zu spielen. Dem Leben eine bisher wenig genutzte Lautstärke zu geben wäre eine Möglichkeit. Oder mehr Leichtigkeit und Unbeschwertheit wie mit dem Glissando in den nächsten Absatz zu gleiten...

Wo lokalisiere ich Leichtigkeit in meinem Körper, welche Komposition verbinde ich mit ihr? Was verändert sich in diesem Körperteil, während des Hörens? Naheliegend, dass man jetzt versucht sich Gedanken zu machen, welches Gefühl mit einem erkrankten Körperteil in Verbindung gebracht werden könnte und ob die Musik, die einem dazu einfällt, heilen wird. Mit Neugier und Heiterkeit das eigene Selbst in musikalische Strukturen einbinden. Unbewusstes hör-, erleb- sowie sichtbar machen und die innere Wirklichkeit durch den Transport in die äußere Realität transformieren. Ein Selbstversuch mit einer französischen, sommerlich angehauchten "Musikhypnose" von Therapie Taxi: https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?&q=Therapie+TAXI+English+Lyrics+ete&&mid=E687A75514C613BE8FD7E687A75514C613BE8FD7&&FORM=VRDGAR

Vielleicht lösen diese musikalischen Erzähltexte auch andere Ideen aus, die das so sehr gewünschte Ergebnis nicht nur bewirken, sondern damit auch andere lang gehegte Lebensträume in einen veränderten Raum einladen. So verlässt man den Konzertraum, nachdem das letzte Stück mit einem Diminuendo endete, auf leisen Sohlen und schaut interessiert in die Gesichter der Menschen, die man in der Pause gesehen hat. Ein Plakat weist auf eine Ausstellung hin, die die facettenreiche Geschichte des Hip Hop erzählt. Hip Hop als Meister reflexiver Explorationen, einem Musik- und Bewegungsstil, der politisch genutzt wurde und von sozial abgehängten Menschen erzählt, die sich selbst ermächtigen, um sich von Armut zu befreien. Eine inspirierende Story.

Sie beflügelt neue musikalische Wege zu versuchen. Man setzt sich in den Zug und fährt ins belgische Dinant, der Geburtsstadt von Adolphe Sax, dem berühmten Instrumentenbauer, der u.a. nicht nur das berühmte Saxophon, sondern gleich eine ganze Saxophonfamilie erfunden hat. Die Saxophone verschiedener Nationalitäten auf der Brücke, das Instrumentenmuseum mit den historischen Instrumenten ansehen und das überragende musikalische Niveau erahnen, das seine Konkurrenz zur Verzweiflung brachte. Wie wäre es, an diesem tropischen Augustabend in Dinant an der Maas sitzend musikalische Erzähltexte zu schreiben, sie nach und nach in mehrere Sprachen zu übersetzen und zu vertonen? https://vivlio.casadellibro.com/product/9783756895120_9783756895120_10007/musical-immediacy?listName=&listId=

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