SOS - Corona, Pleite, Obdachlos?

Verfasst von: DTKfrau Gabriele Maria Perklitsch
Obdachlos (Bild: DTK Gabriele M Perklitsch)
Die Corona-Pandemie und ihre dramatischen Auswirkungen in der Gesellschaft? Wer schützt die Armen und Wehrlosen? Wer sieht hier genauer hin? Wer blickt hin auf die gravierenden Konsequenzen offensichtlicher und laufender politischer Pleiten, Pech und Pannen? Wie weit sind unverhältnismäßige und überbordende Hygiene-Maßnahmenforderungen schuld an weiteren unschuldigen und schwachen Opfern? Droht nun die große Gefahr der Obdachlosigkeit? Obdachlosigkeit vor allem für ärmere Familien? Wer hilft in dieser überbordenden Not der Pandemie?

Firmen und Privat Pleiten sowie Zahlungsunfähigkeit führen Betroffene und ihre Familien oft direkt in Armut und Obdachlosigkeit. Die Betroffenen haben oft nicht mehr die Kraft für sich und ihre Familie zu kämpfen. Sie sind meist nicht mehr in der Lage, ohne finanzielle und psychologische Unterstützung, ihr Leben zu meistern. Denn der Staat, sagen die Menschen, lässt sie alleine. Durch die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen und Freiwilligen können sie noch überleben. Menschenschicksale der Straße im Brennpunkt: Alles Private passt in ein paar Plastiksäcke. Es gibt kein Zuhause, keinen Ort der Geborgenheit, kein Willkommen. Die Straße ist die letzte Station der Armut. Obdachlos sind längst nicht mehr allein ältere, verwahrloste Männer.

Immer öfter suchen auch Jugendliche und Frauen, auch mit Kindern, in Notunterkünften oder Wohneinrichtungen Quartier. Allen Betroffenen gemein sind bittere Armut, das Schicksal, das gnadenlos zuschlägt – und eine tiefe Verletzlichkeit. Jede/r einzelne braucht Hilfe. Niemand darf auf der Straße erfrieren. Eine starke, solidarische Gesellschaft muss für ALLE ein Zuhause sein! Wer einmal ganz unten ist, kommt schwer wieder auf die Beine. "Hast du schon einmal in einer vollen Notschlafstelle geschlafen? fragt Daniel, ein Betroffener. Bist Du einmal Obdachlos, dann hast Du die unterste Stufe der Armut erreicht. Man schaut angewidert auf Dich hinab. Man verachtet Dich. Man weicht Dir aus. Corona hat alles verschlimmert.

Man wird wie ein Aussätziger behandelt. Du hat keine Chance wieder hoch zu kommen. Man wird auch nicht zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, wenn auf dem Lebenslauf eine Caritas-Adresse steht. Ohne festen Wohnsitz gibt es keine Arbeit. Ohne Arbeit keinen festen Wohnsitz. In der Wirtschaftskrise nach 2008 sind schon viele kleine Unternehmer ins Wanken geraten, weil viele Großaufträge plötzlich weggebrochen sind. Jetzt aber ist die Situation für viele UnternehmerInnen mit kleinen Geschäften vor allem aus der Gastronomie hoffnungslos. Viele stehen kurz vor der Pleite oder haben ihr Lokal, aber auch sich selbst und ihr Leben schon aufgegeben.

Manche trieben die hohen Forderungen der SVA und des Finanzamts, die sie nicht mehr tilgen konnten, hohe Mietrückstände und anderer Kreditrückstände in pure Verzweiflung. Wenn alles verkauft wurde, bleibt nur noch die Straße zum Überleben. Die Ämter und auch die sogenannten Ordnungshüter gehen "Die gehen nicht zimperlich vor", erzählt Daniel. Da werden Corona-Maßnahmen-Strafen verhängt, obwohl man keine Chance hat, diese einzuhalten oder zu begleichen. Unmenschlich, sei das Alles geworden. Kein Erbarmen. Kein Herz haben die Leute mehr. Das Leben nicht mehr lebenswert. Was fehlt ist "Menschlichkeit".

Die Pandemie verstärkt all diese Probleme massiv. Sie hat vor allem für Menschen, die obdachlos oder wohnungslos sind, gravierende Belastungen zur Folge. Viele haben jeden Lebensmut aufgegeben. Etwa 34.000 Wohnungslose und mindestens 2.000 obdachlose Menschen leben allein in Berlin. Ihr Alltag ist durch Corona noch härter geworden. Viele sind verzweifelt und können nicht mehr. In Österreich stellen die rund 15.000 obdachlosen Menschen die unsichtbaren Opfer dieser Krise dar. Weltweit schnellen die Zahlen an Obdachlosen in unerahnte Höhen. Laut Statistik verfügen 1,1 Mrd. Menschen in städtischen Gebieten über keine angemessene Unterkunft; die Zahl der Betroffenen dürfte bis 2025 auf 1,6 Mrd. steigen.

Kälte und Corona – ein Katastrophen Winter für Obdachlose und Bedürftige. Minusgrade und Lockdown bedeuten eine doppelte Gefahr für obdachlose Menschen. Die Kälte lässt den Andrang von Menschen in Not auf einen warmen Ort und ein warmes Essen ansteigen. Wärmestuben und soziale Notschlafstellen sind in solchen Situationen für Jugendliche und Erwachsene in Not eine existentielle Frage. Mindestens 19 obdach- und wohnungslose Menschen sind in diesem Winter 2020/21 in Deutschland bereits an den Temperaturen gestorben, schätzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). "Sie erfroren im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, unter Planen, in Zelten und sonstigen notdürftigen Unterständen", sagte Werena.

Kältetote: Zahl so hoch wie lange nicht mehr. Einige Kältetote hat es bereits auch in Österreich gegeben. 18 Menschen sind schon in Italien erfroren. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt fordern immer mehr Todesopfer. Mehr als 120 Menschen sind bislang in diesem Winter in Europa erfroren. Die Versorgung von Obdachlosen wird im Corona-Winter zur schwierigen Aufgabe. Seit Ausbruch der Pandemie sind viele Anlaufstellen geschlossen oder mussten ihre Kapazitäten herunterfahren, wie Helfer aus gemeinnützigen Hilfsorganisationen berichten. Die Leidtragenden seien die Menschen ohne Dach über dem Kopf, die den kälter werdenden Temperaturen schutzlos ausgeliefert sind. Das sind menschliche Tragödien! Es geht um Leben und Tod.

Das ist jetzt eine Frage der Mitmenschlichkeit. Politik und Verwaltungen sind aufgefordert, die Notleidensten sofort und aktiv mittels Nothilfen zu unterstützen. Es nützt niemanden die Mitschuld am Tod der Obdachlosen zwischen der Opposition und der Regierung hin- und her zu schieben. Alle sind dafür mitverantwortlich, dass Menschen auf unseren Straßen erfrieren! Schuld ist nicht allleine die Pandemie, sondern vor allem auch das Versagen der Politiker. Durch die verordneten Pandemie-Maßnahmen zur Eindämmung von Corona können immer mehr gemeinnützige Hilfsorganisationen den täglichen Bedarf innerhalb der Obdachlosenhilfe wie Bereitstellung von Notunterkünften, Lebensmittelausgabe und medizinische Versorgung nicht mehr gewährleisten. Die noch vorhandenen Notunterkünfte sind corona-bedingt in ihrer Aufnahmekapazität extrem eingeschränkt .

Es müsste sofort dafür gesorgt werden, dass genügend Notunterkünfte für Obdachlose bereitgestellt werden, damit es nicht zu einer weiteren Unterversorgung und Todesfällen kommt. Es müsste auch sofort und dringlich dafür gesorgt werden, dass gegen Obdachlose keine Bußgelder wegen Verstößen gegen die Coronaverordnungen verhängt werden. Alles andere ist menschenverachtend. Leute in der Not noch drangsalieren ist ein Verbrechen. Keiner darf rerfrieren, verhungern oder sonst eine lebensbedrohliche Not erleiden. Die Pandemie macht jetzt nur sichtbar, was vorher schon im Argen lag. Die Menschen leiden und sterben, hauptsächlich nicht an der Pandemie. Die Politik hat versagt. Hier muss sich dringend Einiges ändern.

Obdachlos (Bild: DTK Gabriele M Perklitsch)

Hilfsvereine warnen, dass es so viele Kältetote wie seit Jahrzehnten nicht mehr geben Obdachloser spricht aus, was Viele nicht sehen wollen: Er schläft im Freien oder in Notunterkünften. „Aber gerade weiß man nie, ob die offen sind. Auch öffentliche Toiletten werden einfach geschlossen. Es gibt keine Möglichkeit, an Wasser zu kommen." In Kanada führt die Schließung einer Obdachlosen-Unterkunft zu einem tragischen Todesfall. Ein 51-jähriger Mann verstirbt nur wenige Meter vor der Tür der Einrichtung, die vor der Corona-Pandemie 24 Stunden lang geöffnet war. „Wir sehen Menschen, die vor Schwäche nicht allein aufstehen können und seit Tagen nicht die Kraft hatten, sich zu einer Essens-Ausgabestelle zu bewegen. Gar nicht zu reden von der mangelnden Körperhygiene und der medizinischen Versorgung“, berichten Helfer. Schreckliche wahre Begebenheiten, die jeden Menschen in seinem Innersten erschüttern sollten.

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