Coronavirus und Umwelt

Verfasst von: DTKfrau Gabriele Maria Perklitsch
Umwelt und Corona
Umwelt und Corona  Bild: Gabriele Perklitsch
Wir Alle befinden uns in einem absoluten Corona Ausnahmezustand. Ein Virus stellt unsere Welt auf den Kopf! So etwas hat es noch nie zuvor gegeben. Das Corona Virus hält die ganze Welt seit geraumer Zeit in einer Art „Schockstarre“ gefangen. Viele Menschen sehen diese Zeit in einem absolut negativen Bild. Andere sehen darin eine große Chance. Eine Chance für die Umwelt und die gesamte Erde, die ja unser Lebensort ist.

Das Virus hat viele Menschen dazu gezwungen von 100 Prozent auf 0 Prozent von einem Tag auf den anderen runter zu schalten, im geschäftigen Treiben prompt innezuhalten. Das versetzt viele Menschen in einen Schockzustand. In einen Zustand des erzwungenen „Innenhaltens“. Die Angst ist sehr präsent und fürchten viele Menschen um ihre Gesundheit oder ihr Leben. Dies ist wirklich eine Ausnahmesituation, ohne Zweifel. Was können wir jedoch daraus lernen? Welche Erfahrungen machen wir damit? Sind Sie auch der Meinung, die Mutter Erde will uns damit eine Lektion erteilen? Werden wir von einem Virus dazu gezwungen, unser Leben zu überdenken? Wird gerade unser beharrliches Streben nach Mehr in Frage gestellt?

Es gibt so viele Theorien und Anti-Theorien zu diesem Thema. Keiner von uns „Bürgern“ wird wirklich die Ursachen erforschen oder aufdecken können. Es sind zumeist Vermutungen, Halbwahrheiten oder Versuche, die eskalierten Zustände zu deeskalieren oder noch zu „pushen“ – je nach Interessenshintergrund. Eines steht jedoch fest – die Angst bei den Menschen ist förmlich zu spüren. Derzeit wird in allen Medien Angst verbreitet. Eine negative Nachricht folgt der anderen. Das Drama noch mehr dramatisiert. Dies verunsichert Menschen, die um Ihr Leben oder um Ihre Existenz bangen, noch mehr und die Angst wächst und wächst täglich. Dies ist ein riskanter Boden für Machtmissbrauch, Gewalt und Unruhen.

Andererseits lassen sich viele Menschen durch Angst auch dazu bringen, sich Themen zu stellen, für die sie bisher unzugänglich waren – wie Themen über Gesundheit, Umweltschutz, einfacheres Leben, Eigenanbau von Gemüse und Obst und Zusammenhalt statt egozentrischem Verhalten. Es gibt also stets beide Seiten der Medaillie zu betrachten und Rückschlüsse zu ziehen. Während also die Menschen gezwungen sind, ihre Aktivitäten einzustellen oder zu reduzieren, bedeutet dies andererseits als positive Nebenwirkung für die Umwelt, dass diese zu einer Art „Verschnaufspause“ kommt. Weniger Verkehr in der Luft, weniger Verkehr am Boden, keine Kreuzfahrtschiffe im Meer, weniger Fabriken sind aktiv, weniger Menschen unterwegs, weniger Konsum, weniger Reisen - ergo - weniger Umweltverschmutzungen.

Ja – es mag verwundern. Jedoch ist es so, dass dieses Virus es geschafft hat, unser Leben total auf den Kopf zu stellen. Kein Mensch hat es in so kurzer Zeit bisher geschafft, die Menschen in Ihrem Tun „zu stoppen“ und eine Umwelt Belastungserleichterung zu schaffen. Was die Menschen weder mit Einsicht noch mit Umweltgesetzen geschafft haben, hat das Virus in kurzer Zeit ermöglicht. Die CO² Emissionen sind zum Beispiel in vielen Teilen der Erde nachweislich stark zurückgegangen. V.a. in den Pallungszentren z.B. in China, wo zuvor Spitzenemissionswerte gemessen wurden und den Menschen ja sehr geschadet haben, sind bemerkenswert gute Werte zu verzeichnen, wie generell rund um den Globus.

Diese positiven Effekte sind auch via Satelittenbilder klar zu erkennen. Auch die Verschmutzung der Meere hat sich reduziert. In den Kanälen Venedigs, wird berichtet, ist das Wasser so klar wie schon lange nicht mehr, dass sogar Delfine und zahlreiche Fische wieder zurückgekehrt sind. Ja – es ist eine Krise. Es ist eine Krise für die Menschheit. Die Natur kommt damit gut zurecht. Die Frage ist – lernen wir Menschen etwas daraus? Oder machen wir nach der Krise wie gewohnt weiter? „Business as usual“? Nützen wir die Möglichkeiten, die Krise geläutert zu durchschreiten und mehr für unsere Natur, dem Klima und die Umwelt zu tun?

Lernen wir oder müssen wir noch mehr solche Erfahrungen machen? Dass die Umwelt und das Klima kurzfristig durch Einschränkungen bedingt durch das Coronavirus profitieren, liegt auf der Hand. Jedoch ist es laut Expertenmeinung unwahrscheinlich, dass nach der Coronakrise, die Umweltthemen im Fokus liegen. Denn - wer hat für die Umwelt einen Kopf, wenn der Job in Gefahr ist? Von Experten wird nach der Coronakrise die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit in noch nie dagewesener Höhe prognostiziert. Viele Menschen - und v.a. Frauen in Doppel/Dreifachbelastungen - kämpfen bereits um ihren Lebensunterhalt und ihre Existenzgrundlage. Viele sind bereits verschuldet und stürzen sich in weitere Verschuldung, andere haben schon aufgegeben oder sind dabei.

Sie sind dabei, ihre mühsam aufgebauten Geschäfte aufzugeben, weil die Krise all ihre Reserven geschluckt hat. Die großen Firmen, da sind sich auch alle Experten einig, werden das besser überleben, denn die werden vom Staat entsprechend gestützt. Die kleinen Firmen befinden sich großteils bereits im Überlebenskampf. Man wird sehen, wie sich das noch entwickelt. Die Gefahr, dass also sogar das Gegenteil passiert, dass sich niemand mehr für die Klima und Umweltthemen interessiert, wenn es um das eigene Überleben geht, ist größer als je zuvor. Wenn alle Produktionen wieder verstärkt anlaufen, wenn die Menschen nicht generell umdenken und ihren Lebensstil in Summe anpassen, was dann?

Ja dann ist unsere Mutter Erde wieder in großer und vielleicht noch größerer Gefahr. Die Corona-Krise gibt uns Allen DIE Chance, umzudenken. Was bedeutet Leben? Was brauche ich, um zu leben? Was ist davon unnütz und was ist zu viel? Was ist wirklich wichtig für ein Leben miteinander? Was kann ich auch der Mutter Erde zurückgeben? Wir dürfen nicht weiter die Mutter Erde unbarmherzig ausbeuten oder Menschen und Tiere versklaven, ausbeuten und quälen. Wir sollten all dies als Geschenke wahrnehmen und ehren, wie es die Naturvölker noch immer tun. Wir sollten aufhören, uns selbst zu vergiften oder vergiften zu lassen, unsere Nahrungsmittel sollten wieder Lebensmittel sein.

Unsere Luft, unser Boden - unsagbare Schätze, die wir hegen und pflegen statt auszubeuten und schänden sollten. Es ist unser Leben oder dass Leben unserer Kinder, dass zuletzt daran glauben muss. Denn ohne guter Luft, genießbarem Wasser, fruchtbarer Bodenerde und ohne unsere Tiere, die unseren Lebensraum vervollständigen, ist der Mensch „machtlos“ und kann nicht überleben. Wenn wir das aus dieser Krise lernen, haben wir gewonnen. Wir Alle leben von unserer Mutter Erde und ihren reichen Schätzen. Sie gibt uns Alles, was wir brauchen. Ohne sie gibt es kein Leben. Das sollten wir nie vergessen. Auch nach der Corona-Krise. Achten wir auf das, was uns Leben schenkt und schätzen wir es.

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