Brennessel Heilkraut oder Unkraut?

Verfasst von: DTKfrau Gabriele Maria Perklitsch
Die Brennesselsuppe (Bild: DTK Gabriele M Perklitsch)
Die Brennessel - Heilkraut oder Unkraut? Die Brennessel ist eine weit verbreitete Pflanze. Sie wurde von den Menschen schon 4.000 v Chr. als Heil- und Nahrungsmittel verwendet. Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts diente sie auch zur Herstellung von Kleidungsstücken sowie Papier. Man findet sie hauptsächlich auf der nördlichen Erdhalbkugel. Lateinisch lautet ihr Name urtica dioica und die Brennessel gehört zur Familie der Brennesselgewächse.
Brennessel Heilkraut oder Unkraut? (Bild: DTK Gabriele M Perklitsch)

Man kann die Brennessel in Wäldern, Feldern, Wiesen und auch in vielen Gärten finden. Sie bevorzugt dunkle, schattige Stellen und Böden mit hohem Stickstoffgehalt. Bis zu einer Höhe von 2.500 Metern ist sie vorzufinden. Die Vermehrung findet durch Wurzelteilung statt. Ihre Blüte- und Haupterntezeit sind Juni und August. Wissen Sie, dass die Brennessel eine stattliche Größe bis zu zwei Metern erreichen kann? Sehr wohl bekannt ist, dass die komplette Pflanze mit Brennharen zum Schutz vor Fressfeinden behaart ist. Beim Berühren brechen die feinen Haare auf und eine ameisensäurehältige Flüssigkeit tritt aus, die dann auf der Haut ordentlich brennt und sich auch kleine Rötungen und Bläschen bilden können. Die Brennessel macht ihrem Namen also alle Ehre!

Ist die Brennessel nun nützlich, oder eher nur Unkraut? Sie wird oft radikal aus der Landschaft und Gärten entfernt. Dabei gehört sie wohl zu den besten natürlichsten Schädlingstbekämfpungsmitteln überhaupt. Sie dient weiters als Bio-Flüssigdünger und ist ein sehr wirkungsvolles Pflanzenstärkungsmittel. Bei Bio-Gärtners ist die Brennessel also ein beliebter und viel eingesetzter Gartenhelfer. Die ältere Generation weiß auch noch gut über die Heilwirkung der Brennessel Bescheid, da sie zu einer der ältesten Heilpflanzen der Welt überhaupt zählt. Gegessen werden können die Blätter und Blüten, aber auch die Samen, mit ihrem leicht nussigen Geschmack. Die Brennessel wird v.a. gerne als Tee eingesetzt.

Sie ist beliebt zur Bekämfpung von Wassereinlagerungen. Sie kann den Stoffwechsel sanft anregen und hilft z.B. auch gegen Müdigkeit und verbessert bei Bedarf die Verdauung. Der Brennessel wird auch die besondere Eigenschaft der effizienten und sanften Blutreinigung zugeschrieben. Äusserlich sind u.a. Bäder, Spülungen und Waschungen mit Brennesselabsud bekannt. Sie sollen bei Rheuma, Gelenksentzündungen, Haarausfall, Ekzeme u.v.m. unterstützend helfen. Gesundheitsbewusste setzen die Brennessel auch als wertvolles Nahrungsmittel ein, um pikante Suppen, Salate, Brotaufstriche oder Saucen herzustellen. Die Brennessel ist sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen, u.a. Flavonoide (Quercetin, Kämperol, Isorhamnetin), Magnesium, Eisen, Silizium, Eiweißstoffe, Vitamin A, C und E. Die Samen enthalten u.a. wertvolle Linolsäuere, Vitamin E, Schleimstoffe, etc.

Zur allgemeinen Kräftigung und Immunstärkung wird gerne der Brennesselsamen-Honig angewendet: Zutaten: 200 g Honig, 100 g Brennnesselsamen; Zubereitung: 1. Die Brennnesselsamen in einer Pfanne kurz anrösten. 2. Gut mit dem Honig vermengen. 3. In ein Glas mit Deckel füllen und täglich in der Früh auf nüchternen Magen 2 – 3 TL genießen. ( Diese Empfehlungen ersetzen keinen Arztbesuch) Hilfreicher Tipp zur Verarbeitung: Brennnesselsamen selbst zwischen Juli und September auf unbelasteten Orten oder Gärten sammeln. Dazu ganze Stiele abschneiden und auf einem Papier gut in der Sonne trocknen lassen. So fallen die Samen fast von selbst ab. Für die Ernte der Pflanze sind beschichtete Gartenhandschuhe ratsam :-). Gutes Gelingen.

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