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Leichte Anschläge und liebevolle Raubmorde

Von Clifford | 7. Juli 2008

Zugegeben – Adjektive beschreiben einen Vorgang lebhafter. Aber manche Begriffe werden von Journalisten so selbstverständlich verwendet, dass es gar keine Frage nach Sinn oder Alternativen mehr gibt. Zu meinen Lieblibngsfloskeln gehört der “Schwere Anschlag” ebenso wie der “Brutale Raubmord”. Ja, sicher mag der Anschlag Menschenleben gekostet haben und der Raubmord hatte lebensbeendende Folgen für den oder die Beteiligten – aber wenn dieser Raubmord “brutal” war, was waren dann die anderen? “Liebevoll”? Und wurde jemals über “leichte” Anschläge berichtet? Und was wäre das Gegenteil einer “verheerenden” Katastrophe? Ich weiß, dass lebendige Sprache etwas Feines sein kann – aber welchen Mehrwert haben diese Beschreibungen wirklich?

Themen: Floskeln, Wortgewalt | Kein Kommentar »

Meilensteine – heute: Die Fanmeile…

Von Clifford | 26. Juni 2008

Die Fanmeile ist ein neues Längenmaß. Im Gegensatz zur klassischen Meile (1,6 km) und der Seemeile (1,85 km) hat eine Fanmeile eine Länge von 1,2 Kilometern. Eine Fanmeile hat eine Kapazität von bis zu 500.000 Personen. Das entspricht 2,4 Millimetern pro Person. Um eine Erhöhung der Personenzahl zu ermöglichen, kann die Fanmeile aber auch verlängert werden, sofern sie nicht mit der Bannmeile kollidiert.

Themen: Themagogie | 1 Kommentar »

StayFriends in Amstetten

Von Clifford | 26. Juni 2008

StayFriends in AmstettenWenn Werbung automatisch geschaltet wird, kann es zu skurrilen Effekten kommen… (Danke an Manuel für diese erheiternde StayFriends-Anzeige im passenden Kontext!).

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Extras inklusive

Von Clifford | 26. Juni 2008

Liebe Werbetexter, voller Neid und Anerkennung stelle ich fast täglich fest, auf welche grandiosen Text-Einfälle Ihr kommt. Ihr schafft es, sogar dann Glaubwürdigkeit zu vermitteln, wenn Ihr eigentlich nur Schwachsinn redet. Großartig finde ich z.B., dass bei Reisen oder Autos in letzter Zeit immer häufiger die “Extras inklusive” sind (siehe auch Google-Suchergebnisse). Wenn sie “inklusive” sind, können es doch keine “Extras” mehr sein…? Denkt einmal darüber nach.
;-)

Themen: Werbemist | Kein Kommentar »

Verbale Entgleisungen zur Bahnreform

Von Clifford | 24. Juni 2008

Liebe Redakteurs-Kollegen, die Bahnreform war ja mal wieder eine prima Gelegenheit, viele tolle Metaphern auszupacken. Aber mal ganz im Vertrauen: Die Bildsprache ist in etwa so originell als würde man bei einem Beitrag zum Thema Segeln das Lied “Sailing” von Rod Stewart als Untermalung verwenden. Wenn Ihr also nochmal einen Bericht zum Thema Bahn macht, verzichtet bitte auf folgende einfallslose Metaphern:

Bitte, bitte lasst Euch etwas Neues einfallen oder lasst künftig die Finger von dieser unlustigen Bildsprache. Dann können wir Eure Beiträge vielleicht wieder in vollen Zügen genießen… ;-)

Themen: Floskeln, Wortgewalt | 2 Kommentare »

Scheiß-Spiel…?

Von Clifford | 23. Juni 2008

Aufgeschnappt bei N24:

“BALLACK SCHEISST DEUTSCHLAND INS VIERTELFINALE”

Was erwartet man heutzutage auch, wenn im TV Geschwindigkeit vor Sorgfalt geht… ?!

(Dank an M.K. und D.J.)

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Speak you Englisch?

Von Clifford | 23. Juni 2008

Ein Brainstorming zu Maisbrot und Sternschnuppen

Die Probleme der Deutschen mit der englischen Sprache haben schon oft zu kuriosen Situationen geführt. So mussten sich beispielsweise die Familien im Nachkriegsdeutschland mit Maisbrot durchschlagen. Der Grund: Als die Amerikaner fragten, was die Deutschen denn am dringendsten benötigten, bekamen sie zur Antwort “Korn”. Sie wussten scheinbar nicht. dass “Korn” im Englischen Mais (“Corn”) bedeutet – und so lieferten die Amerikaner fleissig Mais für die Brotproduktion und wunderten sich über die seltsamen Essgewohnheiten diesseits des Atlantik.

Das hat die Deutschen aber nicht dazu gebracht, ihr Verhältnis zur englischen Sprache zu überdenken. Im Gegenteil: Selbstbewusst verwenden sie nicht nur englische Begriffe, sie erfinden sogar regelmäßig einige hinzu und merken gar nicht, dass kein Amerikaner oder Engländer sie versteht.

Erfindungsreich
Ein klassisches Beispiel ist das Handy. Ein Begriff, der zwar englisch klingt, ausserhalb des deutschen Sprachraums aber gar nicht vorkommt. Wozu dann auf Englisch? Richtig peinlich wird es aber erst, wenn Leute das Gegenteil dessen sagen, was sie meinen, ohne es zu merken. Besonders beliebt ist der Ausdruck Shooting Star, der ein hoffnungsvolles und aufstrebendes Talent beschreiben soll. Im Englischen ist das jedoch der Begriff für eine Sternschnuppe, also ein Körper der abstürzt und verglüht. Hm…

Handy soll zwar englisch für “Mobiltelefon” sein, bedeutet aber nur “handlich”.

Leichensack gefällig? Gehört bei Lufthansa zum Service.
Etwas mulmig wurde mir auch neulich bei einem USA-Flug mit der Lufthansa, als mir die freundliche Flugbegleiterin einen Body Bag zum Kauf anbot – eine praktische kleine Tasche, die man am Körper trägt. Vielleicht hätte sie nicht so sehr gelächelt, wenn sie gewusst hätte, dass Body Bag der englische Begriff für Leichensack ist. Kein Wunder, dass den amerikanischen Passagieren etwas mulmig wurde. Dabei ist es doch auch beruhigend zu wissen, dass die Fluggesellschaft rechtzeitig an die ordnungsgemäße Aufbewahrung meiner verschmorten Überreste denkt.

Kleider machen Leute
Weniger drastisch aber ebenso merkwürdig sind die Begriffe aus der Mode. Da führt ein Dressman die neuesten Trends vor, auch wenn es den Begriff im Englischen nicht gibt und man mit großen Augen angesehen werden würde. Denn wörtlich ließe sich das ganze mit “Kleid-Mann” übersetzen – etwas, das man in anderen Ländern nur selten zum Beruf machen kann (zumindest sollte es die Ehefrau nicht erfahren). Auch frage ich mich, wer wohl die Begriffe Pullover oder Pullunder erfunden hat. Denn auch wenn sie das Kleidungsstück einigermaßen beschreiben, hätte es wohl auch ein deutscher Begriff getan. Aber wie klingt das denn? “Ich habe mir gestern einen Zieh-drüber gekauft und einen Zieh-drunter”. Aber genau das verstehen Engländer und Amerikaner. Die benutzen nämlich den Begriff “Sweater” (der zugegebenermaßen auch ziemlich unschön ist – wer will schon einen “Schwitzer” kaufen). “Pull over” sagt höchstens ein Polizist, wenn er Sie auffordert, mit dem Wagen rüber zu fahren. Apropos: Ein altes Auto ist übrigens kein “Oldtimer”. Dieses Wort beschreibt einen alten oder alteingesessenen Menschen.

Überzieher und “Kleid-Männer” gibt es nur in Deutschland.

Tech-no-logical
Eine der schlimmsten Gruppen von Anglizismen-Misshandlern ist übrigens die Medienbranche. Wo sonst erfindet man so schöne pseudo-englische Begriffe wie Showmaster (engl. “show host”) oder gar den Meister des Gesprächs, den Talkmaster (“talk show host”)? Und Filme bearbeitet bei uns ein Cutter – eine Berufsgruppe, die man in Hollywood-Abspännen vergeblich sucht, dort nennt sich der Beruf nämlich “editor”.

Gesprächsmeister – In Deutschland ein Beruf.

Aber die Krönung in Sachen Anglizismen erleben wir im Technologie-Bereich. Wenn es nur die 1-zu-1-Übernahme von Ausdrücken wäre. Ist es nicht schon schlimm genug, dass wir Musikfiles für unsere mp3-Player downloaden? Müssen wir auch noch selber mit eigenen Begriffs-Kreationen zur Verwirrung beitragen, die zudem kein Mensch ausser uns versteht? Oder versuchen Sie doch mal in den USA einen Beamer zu kaufen. Sie werden sich wundern, wenn Sie plötzlich ein Auto bekommen, ein deutsches noch dazu – denn “Beamer” ist dort ein Kosename für einen BMW. Das Gerät, das Bilder an die Wand wirft, nennen die seltsamerweise einfach video projector – wie uncool!

Beamer – In den USA eine beliebte deutsche Automarke.

Lebendige Sprache
Apropos cool: Über Begriffe wie loungen, clubben und chillen will ich mich gar nicht erst auslassen. Ich gehöre ja auch nicht zu den Leuten, die krampfhaft um die Reinhaltung der deutschen Sprache bemüht sind. Ein “reines” Deutsch gibt es nicht und hat es nie gegeben. Sprache lebt. Sie entwickelt sich immer weiter und ist vielen Einflüssen ausgesetzt. Früher haben vor allem militärische Besatzungen und Völkerwanderungen die Sprache geprägt. Unverkennbar haben die Napoleonischen Truppen ihre Wortspuren hinterlassen – ob Portemonnaie, Budget oder Mannequin. Doch die Geschwindigkeit der Veränderung hat drastisch zugenommen. Schuld sind (mal wieder) die bösen Medien – und natürlich auch das Internet. Zugegeben, es hat viele Vorzüge, wenn alle Menschen die gleiche Sprache sprechen und verstehen – aber genau das ist ja nicht der Fall, wenn wir stumpf falsche Begriffe erfinden oder verwenden, nur um klug, modern und weltoffen auszusehen. Das Gegenteil ist der Fall – es ist eher peinlich und zur Strafe sollten wir nur noch Leichensäcke tragen und Maisbrot essen!

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Steinhaus

Von Clifford | 23. Juni 2008

“Wer im Steinhaus sitzt, sollte nicht mit Gläsern werfen!”

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LKWs, PKWs und DVD

Von Clifford | 23. Juni 2008

“In den Unfall waren 2 LKWs und 8 PKWs verwickelt”

Dieser Fehler passiert weniger im Printbereich als vielmehr in Radio und TV. Warum “Fehler”? Na, weil LKW die Abkürzung für Lastkraftwagen ist. (Ganz nebenbei bemerkt: ein hässliches Wort!). Und was ist die Mehrzahl von “Lastkraftwagen”? Richtig: “Mehrere Lastkraftwagen” und nicht “Lastkraftwagens”. Was hat also das “s” in der Abkürzung verloren? Das Gleiche gilt natürlich auch für die PKW.

Bei PCs wiederum verhält es sich anders als bei den LKW(s) und PKW(s), das “s” an PCs ist nämlich tatsächlich korrekt. Grund: PC ist die Abkürzung für Personal Computer. Gemeint ist der englische Begriff personal (also persönlich) und nicht etwa das Personal im Büro (Belegschaft). Im Englischen ist der Plural von computer nunmal computers. Also heisst die Abkürzung PCs. Wen das stört, der sollte einfach die amerikanische Abkürzung vermeiden und einfach Computer sagen – oder Rechner. Zudem handelt es sich ja beim PC auch noch um eine Markenbezeichnung von IBM. Man weiss also bei der Abkürzung sowieso nicht, ob PCs z.B. auch Apple-Computer umfassen.

Anmerkung: Betrifft auch andere Abkürzungen wie DVDs und CDs

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DNA versus DNS

Von Clifford | 23. Juni 2008

“…werden weiter gehende DNA-Tests gefordert”

Im Deutschen nennt sich das ganze DNS und steht für DesoxyriboNukleinSäure. Da wir aber viele amerikanische Krimis sehen, sind wir von dem klassischen Übersetzungsfehler geprägt. Das A in DNA steht für Acid. Da aber viele Journalisten in der Schule nicht aufgepasst haben oder Abkürzungen übernehmen, ohne sie zu kennen oder hinterfragen, sehen wir leider immer öfter den amerikanischen Begriff in den Medien.

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