Dufflecoat

Verfasst von: Marc Mühleis
Dufflecoat von Gloverall
Dufflecoat von Gloverall  Bild: Gloverall.com
Langsam wird es wieder kälter. Der Herbst dürfte bald wieder den Stab an den Winter abgeben.Spätestens jetzt sollte man sich über passende warme Jacken und Mäntel Gedanken machen. Bei den Jacken gibt es ja seit ein paar Jahren diese unsägliche Modeerscheinung sog. Michelin-Männchen-Jacken; bei denen die Träger aussehen, als glaubten sie, nur Reifen aus Luft und Daunenfedern(bei letzteren müssen dafür übrigens Tiere sterben) könnten sie den Winter überstehen lassen.

Im günstigsten Fall sieht man in diesen beknackten Dingern aus, als käme man frisch von einem Gladiatoren-Treffen, und diese Daunen-Luftpolster sollen die nicht vorhandenen Muskelpartien vorspiegeln. Wie gut , dass es auch noch andere Arten von Jacken und Mänteln gibt. Der Dufflecoat, der besonders in England und Frankreich sich als klassenübergreifende Garderobe durchsetzte, ist so ein herausragendes Beispiel. Der warme Wollstoff für diesen Mantel kam früher besonders aus Belgien, aus dem kleinen Ort Duffle. Doch nach und nach setzte sich dann feinere Wolle aus der Toskana durch. Beim Dufflecoat handelt es sich genauer gesagt um einen dreiviertellangen Wollmantel bis kurz vor dem Knie.

Orginal Monty Dufflecoat in Camel (Bild: Gloverall.com)

Heutzutage gibt es auch sog. Midsize-Dufflecoats, die dann nur noch bis kurz über den Allerwertesten reichen und häufig auch in einer sog. Slimversion getragen werden. Doch wie gesagt, klassisch, und nur das ist der winterlich kalten Jahreszeit entsprechend sinnvoll, trägt Mann oder Frau den Duffelcoat bis kurz vor Knieanfang. Ebenfalls vorteilhaft ist die beim Mantel integrierte Kapuze, die je nach Bedarf mit Knöpfen der Kopfgröße angepasst werden kann. Ebenso die Knebelverschlüsse des Mantels aus Holz oder Büffelhorn erweisen sich als äußerst praktisch, da sie mit einer Hand verschlossen werden können. Früher war das bei der Marine beispielsweise wichtig, wenn im Winter mit dicken Handschuhen auf den Schiffen hantiert werden musste. Heute ist wohl das Hantieren mit dem Smartphone der wichtigere Grund.

Orginal Dufflecoat Gloverall Green
Orginal Dufflecoat Gloverall Navy and Red Men/ Women
Orignial Duffelcoat Gloverall, Navy Women
Original Monty Dufflecoat in Camel, (Bild: Gloverall.com)

Zu großer Popularität war dieser Wollmantel gekommen, den es übrigens in abgewandelter Form schon in früheren Jahrhunderten als Mönchskutte gab, als der Dufflecoat durch seinen wohl berühmtesten Träger, Feldmarschall Bernard Montgomery, ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde. Aber auch das englische Königshaus sowie berühmte Schauspieler der Nachkriegszeit wie etwa Gregory Peck , Marilyn Monroe und Brigitte Bardot oder aber Intellektuelle , Schriftsteller wie Jean -Paul Satre und Hemingway haben zur Berühmtheit dieses einzigartigen Mantels beigetragen. Der wohl berühmteste Dufflecoat, der auch heute noch von den Firmen Gloverall und Original Montgomery Dufflecoat hergestellt wird, ist der Monty Original in Beige oder wie die Engländer sagen Monty in Camel. Daneben gibt es natürlich noch zahlreiche andere Farben.

Die beliebtesten Farben sind dabei Navy Dunkelblau, Forrest Green, Carcoak Grau und Bloody Red. Meistens besteht der Mantel heutzutage aus 70-80% feinster Toscana Wolle und 20 bis 30 % Kunstfaser. Dies als Schutz vor dem Aufrauen der Wolle. Das wichtigste aber, Mann oder Frau sollte den Dufflecoat immer!! oversized, als eine oder zwei Nummern größer als die normale Mantelgröße tragen. Denn dicke Winterpullis, ebenso wie Tweet-Jackets oder dicke Hoodies sollten bequem darunter passen. Dazu ein farblich abgestimmter Karo-Kashmir-Schal, der das schottische Innenfutter des Mantels optisch wieder aufnimmt. Dann kann der Winter kommen. Denn ein Winter ohne Dufflecoat ist schließlich nur halb so schön.

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Artikelsignatur: Marc Mühleis | Autoren-Ressort: Mrey.reporters.de
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