Kategorien

Letzte Artikel

Letzte Kommentare


« | Hauptseite | »

Obama go home…?

Von Clifford | 11. Juli 2008

Es ist schon seltsam, wie der US-Präsidentschaftskandidat die berliner Gemüter erhitzt. Darf nun ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat am Brandenburger Tor eine Rede halten oder nicht? Soll er dürfen? Darf er nicht sollen? Nun, schauen wir uns doch einmal an, was gegen eine Rede spricht:
Es ist Wahlkampf. Obama kommt nicht zu uns, um mit den Berlinern zu sein, er reist nach Europa, um zuhause – also in den USA – Bilder zu liefern, die ihn als weltgewandten Staatsmann zeigen. Obama am Eiffelturm, Obama am Brandenburger Tor… Das sind Bilder, die die Amerikaner verstehen. Deshalb möchte der Kandidat hier sprechen. Für die Kameras, nicht für die Menschen.
Aber warum soll er das nicht tun? Diese “Ehre” solle nur “echten” (also gewählten) Präsidenten zuteil werden, heißt es im Bundeskanzleramt. Aber ist es wirklich eine solche Ehre? Ist das Brandenburger Tor ein so symbolischer, ja heiliger Platz? Wenn das so wäre… Warum darf dann jede B- und C-Promi-Veranstaltung am Brandenburger Tor stattfinden? Ob Milch verschüttende Kuhbauern, mittelmäßige Deutsch-Rapper oder fleischfressende Vegetarier – jede Demonstration, Kundgebung oder Veranstaltung findet am Brandenburger Tor statt. Würde? Ehre? Mit der Realität hat das nichts mehr zu tun. Also warum nicht mal ein echter Medienstar wie Obama? Auch wenn er kein gewählter Präsident ist. Wenn jede unwichtige Provinz-Polit-Veranstaltung am Brandenburger Tor stattfinden darf, dann sollte man auch jemanden wie Barack Obama zulassen. Wenn es eine historisch bedeutsame Rede wird (wohl kaum), dann haben die Befürworter Recht und ist es nur ein kurzer und unbedeutender Medienauftritt, dann ist das sowieso kurze Zeit später vergessen. Also, was soll’s…

Themen: Gürtellinie | 3 Kommentare »

3 Antworten zu “Obama go home…?”

  1. Marius68 schreibt:
    11. Juli 2008 um 00:37

    Welche Präsidenten haben denn schon am ach so symbolträchtigen Brandenburger Tor gesprochen? Kennedy nicht – der war in Schöneberg.
    Mir fallen nur ein
    - Reagan (“Mr. Gorbatschow: Tear down this wall”)
    - Clinton (war da, kein bleibender O-Ton)
    Also von einem “traditionellen Anrecht” auf das Brandenburger Tor nur für gewählte Präsidenten kann keine Rede sein. Als ob gewählte Präsidenten Schlange stünden, vor dem Brandenburger Tor zu sprechen. Berlin kann froh sein, wenn es mal zumindest einen vielversprechenden Präsidentschaftskandidaten dort reden hören kann.

  2. Hartmann schreibt:
    6. Februar 2009 um 14:27

    Man nennt dieses Verhalten “Populismus”, nicht? Jeder Politiker macht solche Sachen, das ist überhaupt keine Überraschung für mich.

  3. UMTS Flatrate schreibt:
    24. September 2010 um 16:34

    Bei Obama wundert mich auch nichts mehr

Kommentare